Dialogforum Pflegekinderhilfe

Laufzeit: Seit 2015

Reichweite: bundesweit

Auftraggeber der ism gGmbH: Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH)

Projektträger: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Inhalte/Schwerpunkte:

Das „Dialogforum Pflegekinderhilfe“ hat zur Aufgabe, im Dialog mit unterschiedlichen Akteur_innen im Feld, der Fachpraxis und der Politik, fachliche Handlungs- und gesetzliche Änderungsbedarfe in der Pflegekinderhilfe herauszuarbeiten und diese der öffentlichen Diskussion zugänglich zu machen.

Im Zuge der Neubestimmung des SGB VIII wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingesetzt, deren Aufgabe es unter anderem war, Eckpunkte für eine Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe zu definieren und Vorschläge zu unterbreiten. Parallel dazu hat das BMFSFJ ab Juni 2015 die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) mit der Organisation und Gestaltung des Dialogforums beauftragt.

In Zusammenarbeit mit den Akteur_innen der Pflegekinderhilfe wurde in den letzten Jahren eine Bündelung konkreter fachlicher Handlungsbedarfe erarbeitet. Diese Erkenntnisse werden auf einer Homepage in Form von Expertisen, Diskussionspapieren sowie fachlichen Skizzen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (www.dialogforum-pflegekinderhilfe.de).

Vor dem Hintergrund der Erstellung von Expertisen wurde eine organisationsübergreifende Expert_innenrunde eingerichtet mit der Aufgabe fachliche Handlungsbedarfe und gesetzliche Änderungsbedarfe der Pflegekinderhilfe herauszuarbeiten, die sich regelmäßig in Berlin trifft.

Die ism gGmbH beteiligt sich an der internen Koordinationsgruppe (Steuerungsgruppe) des Dialogforums Pflegekinderhilfe bei der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH). Diese hat die Aufgabe, Organisationen und Fachleute (Praxis, Verbände, Wissenschaft, Recht, Akteur_innen verschiedener Berufsfelder) der Pflegekinderhilfe im Reformdiskurs zusammenzubringen und bereitet die Sitzungen der Expert_innenrunde in Berlin vor und nach.

Der bisherige Prozess im Rahmen des Dialogforums Pflegekinderhilfe hat sowohl fachliche als auch gesetzliche Entwicklungsbedarfe in der Pflegekinderhilfe freigelegt. Anknüpfend an die Frage nach einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe wurde auf den Sitzungen der Expert_innenrunde im Dialogforum Pflegekinderhilfe im November 2016 und im Februar 2017 das Interesse erneuert, auch jenseits der Begleitung eines möglichen Gesetzesreformprozesses die aufgebauten Strukturen des Dialogforums Pflegekinderhilfe zu nutzen, um vor dem Hintergrund zentraler Herausforderungen auch die Pflegekinderhilfe zu konturieren. Daher wurde vereinbart, anhand von Themenschwerpunktsetzungen einige zentrale Diskussionspunkte aus der Pflegekinderhilfe aufzugreifen und näher zu bearbeiten.

Die einzelnen Themenblöcke sind in der Durchführung Personen aus der Steuerungsrunde des Dialogforums Pflegekinderhilfe zugeordnet und von ihnen als Gesamtpaket bearbeitet worden. Die Expert_innenrunde im Dialogforum Pflegekinderhilfe begleitet die Bearbeitung dieser thematischen Felder. Zentral erschien es bei diesem Vorgehen, auf bestehende Initiativen oder Forschungen zu einzelnen Feldern aufzubauen. Sechs Themenfelder wurden identifiziert:

1. Migration in der Pflegekinderhilfe

2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Pflegekinderhilfe

3. Pflegekinder mit Behinderungen

4. Leaving Care in der Pflegekinderhilfe

5. Vormundschaft und Pflegekinderhilfe

6. Einbezug und Partizipation leiblicher Eltern in der Pflegekinderhilfe - Diskrepanz zwischen fachlicher Notwendigkeit und praktischer Umsetzung

Das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism) wurde beauftragt, 2017 das Themenfeld „Migration und Pflegekinderhilfe“ zu bearbeiten.

Die Kinder- und Jugendhilfe ist professionell und konzeptionell längst nicht hinreichend auf den Wandel der Gesellschaft durch Migration eingestellt. Dies zeigt sich wie unter einem Brennglas auch in der Pflegekinderhilfe. Neben der Erstellung einer Expertise wurde ein Expert_Innen-Hearing durchgeführt. Eingeladen waren zentrale Akteur_innen aus der Fachpolitik, der Fachpraxis (Jugendämter, freie Träger, Fachverbände, Selbstorganisationen) und der Wissenschaft (Universitäten, Forschungsinstitute). Ziel war es, gemeinsam herauszuarbeiten, welche Handlungsbedarfe im Themenfeld Migration bestehen. Inhalte und Ergebnisse der Diskussionsrunde fließen in eine aktuell in der Erstellung befindliche Expertise ein. Diese fasst zentrale Erkenntnisse zum Handlungsfeld Migration in der Pflegekinderhilfe vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes sowie der Einschätzungen aus der Praxis zusammen. Zudem wird die fachliche-theoretische Debatte der letzten Jahrzehnte zu Konzepten Interkultureller Pädagogik skizziert, um deren Ergebnisse zum Umgang mit den Kategorien Kultur, Nation und Differenz auch für das Feld der Pflegekinderhilfe fruchtbar zu machen. Ziel der Expertise ist es, Einschätzungen zur Ausgangslage, konkrete Handlungsbedarfe und erste Empfehlungen zu erarbeiten und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Themenfeldes Migration innerhalb der Pflegekinderhilfe zu leisten.