Mit dem Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (1. KJHSRG) sollen Unterstützungsangebote stärker präventiv, inklusiv und sozialräumlich ausgerichtet werden. Die von Heinz Müller vorgelegte Expertise untersucht jedoch, ob die im Gesetzentwurf formulierten Reformziele mit den vorgesehenen Finanzierungs- und Umsetzungsbedingungen tatsächlich erreichbar sind.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche fachlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit neue Infrastrukturangebote individuelle Hilfen sinnvoll ergänzen können. Anhand zentraler Reformbausteine wie Bildungsassistenz, Jugendwohnen, Kindertagesbetreuung und Verfahrenslotsen wird aufgezeigt, dass notwendige Investitionen, Transformationskosten und zusätzliche Steuerungsaufgaben bislang nur unzureichend berücksichtigt werden. Die Expertise plädiert deshalb für einen realistischen, langfristig finanzierten Umbauprozess, der Rechte sichert, Kommunen handlungsfähig hält und eine nachhaltige Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe ermöglicht.